Johannibuschn

Neben dem Kräuterbuschn um Mariä Himmelfahrt bindet und band man auch gerne einen Strauß um Johanni, um die Sommersonnenwende also. Er diente (auch) dem Schutz der bald anstehenden Ernte. Nach der Tradition kommen sieben oder neun Kräuter hinein - ein etwa handgroßer Strauß, eingehüllt von einem Staudenblatt. Ich habe verwendet: Weinraute (soll Schutz für Haus und Hof gewähren), Eberraute (vertreibt Dämonen, so sagt man), Schafgarbe (gegen Pestilenz), Johanniskraut (Schutz vor Blitz und Feuer), Beifuß (bannt wohl Geister), Dost (auch "Wohlgemuth" genannt, bringt angeblich Licht und Beruhigung) und als Hüllblatt den Alant (soll gegen Krankheit und bösen Zauber wirken).

Rückblick "Tag der Artenvielfalt", WaldFarm Althengstett, 14.06.2026

Wildkatzen-News, Infos der Althengstetter Jäger, Wildtier- und Essensretter, Touren mit dem Vogelkundler und Gespräche mit der hiesigen BUND-Gruppe - die WaldFarm Althengstett hatte am 14.06.2026 ein buntes und naturnahes Paket geschnürt. Und auch ich habe von 13 bis 17 Uhr dazu beigetragen: An meinem Stand durfte man durchs Stereo-Mikroskop winzigen Blüten in die Kelche schauen und sich durch Pflanzenbücher schmökern. Und wer bei einem Quiz zehn Pflanzen mit dem richtigen Namenskärtchen versah, bekam als Preis einen Keks - salzig mit Käse, Rosmarin und Brennnessel-Samen oder süß mit Schoko und Gundermann.

Einen Blick durchs Stereo-Mikroskop wagen ...

... und die Härchen an der Sauerampferblüte zählen.

Lieber Besuch! Claudia Eisele, ebenfalls Wildpflanzenpädagogin und Räucherfrau aus Glatten bei Freudenstadt. Insta: wild_kraeuter_liebe
Ebenso hat Kollegin Martina Schwarzburger aus Wildberg vorbeigeschaut - danke! Leider versäumt, auch hier ein Bild zu schießen.

Pflanzen-Quiz

Schlaffe Brennnesseln und in den Böen flatternder Schirm

Mit Pflanzen Wolle färben - 
Rückblick auf einen Workshop

Am 30.05.2026 habe ich in absolut angenehmer Runde an einer internen Fortbildung der Kräuterpädagogen e.V. teilgenommen: Silvia Mück hat uns in Wildberg-Gültlingen in die Kunst des Färbens mit Pflanzen eingeführt. Und uns nebenbei auch noch das uralte Handwerk des Nadelbindens gezeigt; so haben schon die Wikinger Socken und Mützen aus Wolle gefertigt, ein Vorläufer des Häkelns und Strickens. Aber jetzt zum Wollefärben: s. Galerie unten.

Zuerst beizen wir die weiße Wolle mit Alaun, damit die Fasern aufgeschlossen werden und die Wolle die Farbe gut annimmt. Am besten nimmt man Stränge, also schon fertig gesponnene Wolle, damit das Färbgut nachher schön regelmäßig wird. 80 Grad, eine Stunde. Sina tunkt die Wolle immer wieder in die Beize. Damit alle Stränge gleich viel Flüssigkeit abbekommen.

Die gebeizte Wolle darf dann auf dem Ständer vor sich hintropfen.

Parallel haben wir schon die Farbe aus den trockenen und zerkleinerten Kraut und Blüten gekocht, hier: Goldrute. Auch 80 Grad, auch eine Stunde. Danach siebt man die Pflanzen am besten heraus, damit die Wolle nicht am Ende voller Fasern und Stückchen ist.

Bettina mit der goldrutengelben Wolle. 

Und jetzt: Färben mit Indigo! Silvia hat es als Pulver besorgt. Es muss mit Natriumhydrosulfat und Speisesalz eine halbe Stunde gekocht werden, damit es alkalisch wird. Früher haben die Menschen familienweise ihren Urin gesammelt und den dafür verwendet. Man beachte den metallischen Glanz!!!

Immer schön rühren ...

Gespannte Blicke in den Zauberkessel

Tadaaaaaa - ein Wahnsinnsblau!

Die goldrutengelbe Wolle darf ein zweites Tauchbad nehmen: Sie soll grün werden!

Zwischenrein möchte der alte Waschkessel immer wieder beschickt werden.

Das Ergebnis: goldrutengelbe Wolle vorne (links im Bild eine Demonstration von Silvia, dass gelbe Goldrutenfarbe unter Zugabe von Eisen grün färbt), im Mittelteil die grünen Stränge (Goldrute + Indigo) und hinten die Indigo-Wolle.

Beispiele für verschiedene Pflanzenfarben

Farbmuster

Und hier steht, wie es geht. Falls sich jemand selbst fortbilden möchte.

Orchideen und Frühlingsblüher - ein Wochenende mit Rita und Frank Lüder 

Einmal im Jahr kommen Rita und Frank Lüder für eine interne Fortbildung zu den Kräuterpädagogen BW - eins meiner Jahres-Highlights! Im Mai 2026 ging es ins bezaubernde Taubertal. Unter anderem haben wir einen gewaltigen Wiesenbärenklau verkostet (s. Bild oben: Rita mit einem Blatt des Klaus), Zittergras bewundert, einen Wegerich-Scheckenfalter entdeckt ... Schaut gerne in die Galerie unten!

Haferwurz

Bocksriemenzunge

Samenstand der Pulsatilla aka Küchenschelle

Wiesensalbei meets Margerite

Helmknabenkraut

Schmetterlingshaft

Zitterle/Zittergras

Wegerich-Scheckenfalter auf Ehrenpreis

Wachtelweizen

Verkostung Wiesen-Bärenklau - lecker!!!

Gekommen, um zu bleiben?

Im Sommer 2025 hat sie sich endlich in meinem Garten niedergelassen, nach zahlreichen Aussaat-Versuchen: die Nachtkerze! Ob einer davon gefruchtet hat oder sie sich einfach vom Wind hertragen ließ? Keine Ahnung. Ich hoffe, sie ist gekommen, um zu bleiben. Denn sie schmeckt lecker, auch den fleißigen Bienchen, und ist eine geschätzte Heilpflanze: So sollen die Blätter in Honig gekocht gegen Husten helfen.

Und ich fange genau jetzt, in den letzten Schneeschauern des März 2026, an, im Garten nach ihr Ausschau zu halten. Damit es keinen Jät-Unfall gibt. Im ersten Jahr zeigt die Nachtkerze nur eine Blattrosette, und erst im zweiten Jahr reckt sie sich bis zu 1,50 m hoch. Anschaulich zeigt die Rosette beispielsweise das Buch "Wildkräuter am Blatt erkennen" von Meike Bosch.

Gemüsebrühe - ganz easy!

Letzte Kräuter des Jahres sammeln, Möhren, Lauch, Staudensellerie, Zwiebel, Knoblauch, Pastinake, Petersilienwurzel klein schnibbeln. Auf 100 g Gemüse 12 g Salz in die Schüssel, durchmengen, 15 Minuten ziehen lassen. Mixen und in saubere Gläser füllen. Hält im Kühlschrank sechs Monate, mindestens. 😉 Immer nur mit sauberem Löffel Brühe entnehmen! 🧐 Lifehack: Mixer zum Reinigen mit Wasser laufen lassen, gibt noch mal einiges an gelöster Brühe. Die aber rasch verwenden. Genial einfach!!! Bilder dazu: unten!

Die letzten Kräuter des Jahres

Gemüse schnibbeln

Mit ausreichend Salz vermengen

Mix in saubere Gläser füllen

Lifehack: Mixer als Reinigungsvorgang mit klarem Wasser laufen lassen, Brühe in Schraubgläser abfüllen, in den Kühlschrank stellen und zügig verbrauchen

Wald- und Wiesenspaziergang im November

Mal schauen, was der Wald und die Wiesen im November noch zu bieten haben! Ein kleiner Spaziergang zu späten Pflanzenschätzen. So kann man jetzt noch Schafgarbe pflücken und Brennnesseln ernten. Reel auf Insta - klickt einfach rein!

Wunderbares 

Wildkräuterbuch

Das Team von "Kraut im Ohr", dem absolut hörenswerten Wildkräuter-Podcast, hat ein eigenes Buch herausgebracht: Krautstrauß. Durchblättern, reinschmökern, mitmachen - und freuen! Ich bevorzuge die AFFILIATE LINK Hardcover-Version, es gibt den "Krautstrauß" aber auch als AFFILIATE LINK E-Book.

DVD-Tipp: Wildwestwegs

Eine wunderbar spannende Naturdoku auf den Spuren des Westwegs. Der älteste Weitwanderweg Deutschlands (über 100 Jahre gibt es ihn schon!) führt zu verwunschenen Biotopen, spannenden Kleinoden und faszinierenden Tieren und Pflanzen. Marco und Katrin Ruppert von Ruppertfilm haben viele Facetten in atmosphärischen Bildern eingefangen und in feine Story entlang des Wegs eingebettet.
By the way: Habe die beiden auch in Folge 106 von "Hauptsache raus", dem Podcast des outdoor-Magazins, dazu gesprochen. Reinhören (Podcast) und reinschauen (DVD) lohnt!

Pilzwissen für Einsteiger

Mit Rita Lüder, promovierter Biologin und versierte Wildpflanzen- und Pilzführerin, spreche ich in der  am 28.06.2023 veröffentlichten Episode von "Hauptsache raus", dem Podcast des outdoor-Magazins über die faszinierende Welt der Pilze. Der Fokus des Gesprächs liegt auf Speisepilzen und darauf,  wie du mit dem Sammeln von Steinpilz, Maronenröhrling & Co. am besten anfängst. Und jetzt nichts wie ab in die Pilze!

Kräuterpädagogen bei Guck ond Spaß, 24.09.23

„Ebereschenbeeren - sind die nicht giftig?“ Am Hirschgarten stellten Neugierige am Stand der Wildpflanzen- und Kräuterpädagogen Baden-Württemberg e.V. immer wieder diese uralte Frage. Nein, sind sie nicht, und gekocht oder getrocknet verlieren sie nicht nur ihre leichte Unverträglichkeit, sondern schmecken sogar richtig gut. Zum Beispiel im Guglhupf mit Kakao und Ebereschenwein, den die Wildpflanzenpädagogin Kerstin Rotard exklusiv anbot. Vorführungen der Tanzfreunde Althengstett, eine Modenschau, Ständchen der Jagdhornbläser zogen viele Menschen an den Hirschgarten, der als Ortsmitte Althengstetts im Rahmen des „Guck und (hab) Spaß“ am 24.09.2023 von 12 bis 17 Uhr sein zehnjähriges Bestehen feierte. Und natürlich blieb das Publikum auch am Kräuterstand stehen, benannte die in Väschen aufgestellten Pflanzen und schmökerte in den Büchern zu Natur und Pflanzen. Während die Wildpflanzenpädagogin Kerstin Rotard vor Publikum Kräutersalz mit Giersch und Liebstöckel und Salben aus Spitzwegerich und Vogelmiere herstellte, blätterte Kräuterpädagogin Martina Schwarzburger mit KundInnen durch die Bücher mit Pflanzenrezepten oder zur Bestimmung von Kräutern und forderte alle zur Verkostung ihres selbstproduzierten Sirups auf. „Oder mögen Sie mal vom Rosenmus probieren?“ Der eine oder die andere schnupperte nebenbei an Lavendel- und Rosenseife der Nagolder Seifenmanufaktur, las die Beschreibung der Brennnessel-Haarseife - und erwarb den Favoriten gleich vor Ort. Zwei Besucherinnen erkundigten sich außerdem nach der Wildpflanzenschule der Kräuterpädagogen, in der jedes Jahr angehende Wildpflanzenpädagogen ausgebildet werden. Wunderbar - dann wissen bald noch mehr Menschen, dass die Ebereschenbeeren nicht giftig sind, sondern gesund - und echt lecker.

Mehr Fotos? Scrollen! Filmchen? Bei Insta: @hagazussa_nordschwarzwald

H is for hemp

Bei den Vorbereitungen für "Guck ond Spaß" morgen habe ich mal wieder in viele Folgen des Wildkräuter-Podcasts "Kraut im Ohr" reingehört. Und dabei auch zwei Episoden mit einer alten Bekannten entdeckt: Maren Krings. Sie hat ein fantastisches Buch über alle Aspekte von Hanf geschrieben: "H is for hemp". Das Buch wurde sogar auf Hanfpapier gedruckt - das Maren mitentwickelt hat. Bisher gibt es das umfassende Werk nur auf Englisch. Aber da Maren eine begnadete Fotografin ist, erzählen auch die Bilder im Buch die Geschichte dieser uralten Kulturpflanze. Im Podcast spricht sie mit Melanie über Hanf als Werk- und Dämmstoff, über seine bodenreinigenden Wirkungen, über Hanf als Nahrung, Stoff für Kleider, Medizin - und wirklich nur am Rande über seine Nutzung als Droge. Eine wahre Pflanze der Zukunft! Reinhorchen unter Kraut im Ohr. Oder ihr schaut bei Maren direkt rein.

Hagazussa live! am 24.09.2023 im Hirschgarten, Althengstett

In Althengstett treffen am 24.09.2023 der verkaufsoffene Sonntag des Gewerbe- und Handelsvereins und das zehnjährige Jubiläum der neuen Ortsmitte "Hirschgarten" zusammen. Eine wunderbare Gelegenheit, zwischen 12 und 17 Uhr eure Hagazussa und die Wildpflanzen- und Kräuterpädagogen Baden-Württemberg e.V. kennen zu lernen. 

Kommt einfach an ihrem Stand am Hirschgarten vorbei, stöbert durch Kräuterbücher, schnuppert über regionale Seifen und findet euren Favoriten oder probiert Köstlichkeiten aus der Wildpflanzenküche. Kräuter-Workshops runden das Angebot ab, zum Beispiel zur Herstellung von Gierschsalz. 

Los geht es bei "Guck ond (hab) Spaß" übrigens schon um 10:30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Zur Seite des GHV.

Schnelles Giersch-Salz

Jetzt, jetzt ist die Zeit, den Vorratsschrank zu füllen.
Konservieren leicht gemacht: als Kräutersalz.
Einfach 3 (Kräuter) : 1 (Salz) mischen. Ich nehme grobes Salz für die Mühle, zerkleiner die Kräuter mit einem Wiegemesser und lasse sie trocknen. Lifehack: Restwärme nach dem Backen nutzen.

2. Runde der "Wilden Schätze" 

Trotz sehr, sehr durchwachsener Wettervorhersage hat sich ein munteres Trüppchen von rund 10 Personen für die "Wilden Schätze" am 15.04.2023 angemeldet. Darunter auch Jeanette Tröger vom Schwarzwälder Boten. Wie sie es fand? Hat sie unten beschrieben. Herzlichen Dank dafür! :-) Für weitere Impressionen runterscrollen.
Danke an Barbara Ogbone für die Bilder!

"Wilde Schätze in Ottenbronn", 1. Runde

Die erste Tour habe ich erfolgreich geführt. Auch wenn es noch etwas frisch war und die Pflänzchen erst langsam hervorgespitzt haben.

Die nächsten Termine:
15.4., 10 Uhr: findet schon sicher statt; es gibt aber noch freie Plätze
 
5.5., 16 Uhr
6.5., 10 Uhr

Infos zur Tour (evtl. auf der Seite etwas runterscrollen ;-) )

Irgendetwas ist da draußen ...

Irgendetwas entdecke ich immer, wenn ich draußen unterwegs bin. Und ihr dürft hier gerne daran teilnehmen!
Beobachtungen im Garten und in der freien Natur. Entdeckungen auf Reisen. Rezepte, kleine Kniffe. Hin und wieder ein Buchtipp oder ein Weblink.
Rückblicke von meinen Touren und Workshops.